Krebs: Sollen wir mit der „Geißel“ leben? von Reinhard Hofer
Chemotherapie heilt Krebs. Ist das wirklich so? Eine Chemotherapie kann Zellen einzelner Krebstypen zerstören. Eine echte Überlebensperspektive besteht aber in Wahrheit nur, wenn Körper und Persönlichkeit auch den Chemotod gesunder Zellen – und damit die schweren Nebenwirkungen und Strapazen – wegstecken kann. Und wenn der Betreffende auch seinen „Inneren Arzt“ konsultiert – und ihm der Weg zu ihm nicht versperrt bleibt.
Dass Chemotherapie das bisher einzige und letzte Mittel gegen die „Volksseuche“ Krebs wäre, wird – je nach heilkundlichem Lager – entweder ernsthaft beschworen oder bitter verlacht. Jedenfalls sollte man Patienten, die sich dagegen aussprechen, respektieren. Dass auf die Krebsdiagnose „unverzüglich“ Chemotherapie und Bestrahlung zu folgen hätten, ist in vielen Fällen schwer nachvollziehbar. Ebenso das schulmedizinische Dogma, dass Patienten nichts zu ihrer Heilung beitragen könnten und die seelisch-geistige Verfassung sowie Ernährungs- und Lebensumstellung keinen Einfluss auf Heilung hätten. Und Ärzte, die behaupten, es lohne sich „auf alle Fälle“, Stahl und Strahl über sich ergehen zu lassen, finden nicht einmal in der wissenschaftlichen Medizin volle Zustimmung.
Medizinische „Allmacht“
Das Schicksal vieler Menschen war jedoch vorprogrammiert: „Abertausende Menschen sind durch ärztliche Aussagen und Prognosen ihres Lebenswillens beraubt worden und haben ihre letzte Zeit in der Verzweiflung von Verurteilten verbracht, die auf ihre Hinrichtung warten. Aber weil die Mediziner auch in aussichtslos erscheinenden Fällen nicht aufgeben dürfen, griffen sie zu den Waffen, die dem Stand der Wissenschaft entsprachen: Totaloperationen, Bestrahlungen und Chemotherapeutika in hohen Dosierungen, mit Nebenwirkungen, die den Menschen oft alle verbliebene Lebensfreude nahmen.“ (aus: Joachim Faulstich, Das heilende Bewusstsein)
Manchmal werden Ärzte durch den Glauben an die medizinische Allmacht kritiklos gegenüber ihrem eigenen Handeln und Tun. Tagtäglich beschwört man die Unausweichlichkeit oft erfolgsarmer Behandlungen, bevor man sich selbst das Eingeständnis von therapeutischer Ohnmacht gibt. Andere wiederum scheuen nicht den selbstkritischen Blick in den Spiegel: „Man sollte die Chemotherapie keinem Menschen geben, der sie nicht unbedingt braucht. Aber 80 Prozent bekommen die Chemotherapie umsonst. Das machen wir nicht, weil wir dem Patienten schaden wollen, sondern das machen wir deswegen, weil wir einfach noch nicht genau erfassen können, welche Patientin welche Therapie braucht und von welcher Therapie profitiert. Und das ist für mich der Anlass, dass ich sage, da muss sich etwas ändern.“ (Prof. Dr. Andreas Schneeweis, Onkologie und Brustkrebsspezialist am Krebszentrum Heidelberg in der ARD-Sendung „Die großen Volkskrankheiten – Der Krebs“ vom 11. Juli 2011)
Der hektische Krankenhausbetrieb bietet selten Raum für Heilwerdung und inneres Auftanken. Zeit und Einfühlungsvermögen für „gesunde“ Aufklärungsgespräche fehlen. Und der unter Diagnoseschock und Verordnungsdruck stehende Patient bleibt über. Der psychologische Faktor in diesem Betrieb wird den Psychoonkologen zugewiesen, die aber in viel zu geringer Anzahl beschäftigt werden. Dabei bräuchte jeder „Krebsgeschockte“ von Anfang an eine wirklich fundierte psychologische Betreuung. Was bleibt ist das Gefühl, dem Leben und dem medizinischen Apparat ausgeliefert zu sein.
Krebs: Sollen wir mit der „Geißel“ leben? von Reinhard Hofer
AntwortenLöschenChemotherapie heilt Krebs. Ist das wirklich so? Eine Chemotherapie kann Zellen einzelner Krebstypen zerstören. Eine echte Überlebensperspektive besteht aber in Wahrheit nur, wenn Körper und Persönlichkeit auch den Chemotod gesunder Zellen – und damit die schweren Nebenwirkungen und Strapazen – wegstecken kann. Und wenn der Betreffende auch seinen „Inneren Arzt“ konsultiert – und ihm der Weg zu ihm nicht versperrt bleibt.
Dass Chemotherapie das bisher einzige und letzte Mittel gegen die „Volksseuche“ Krebs wäre, wird – je nach heilkundlichem Lager – entweder ernsthaft beschworen oder bitter verlacht. Jedenfalls sollte man Patienten, die sich dagegen aussprechen, respektieren. Dass auf die Krebsdiagnose „unverzüglich“ Chemotherapie und Bestrahlung zu folgen hätten, ist in vielen Fällen schwer nachvollziehbar. Ebenso das schulmedizinische Dogma, dass Patienten nichts zu ihrer Heilung beitragen könnten und die seelisch-geistige Verfassung sowie Ernährungs- und Lebensumstellung keinen Einfluss auf Heilung hätten. Und Ärzte, die behaupten, es lohne sich „auf alle Fälle“, Stahl und Strahl über sich ergehen zu lassen, finden nicht einmal in der wissenschaftlichen Medizin volle Zustimmung.
Medizinische „Allmacht“
Das Schicksal vieler Menschen war jedoch vorprogrammiert: „Abertausende Menschen sind durch ärztliche Aussagen und Prognosen ihres Lebenswillens beraubt worden und haben ihre letzte Zeit in der Verzweiflung von Verurteilten verbracht, die auf ihre Hinrichtung warten. Aber weil die Mediziner auch in aussichtslos erscheinenden Fällen nicht aufgeben dürfen, griffen sie zu den Waffen, die dem Stand der Wissenschaft entsprachen: Totaloperationen, Bestrahlungen und Chemotherapeutika in hohen Dosierungen, mit Nebenwirkungen, die den Menschen oft alle verbliebene Lebensfreude nahmen.“ (aus: Joachim Faulstich, Das heilende Bewusstsein)
Manchmal werden Ärzte durch den Glauben an die medizinische Allmacht kritiklos gegenüber ihrem eigenen Handeln und Tun. Tagtäglich beschwört man die Unausweichlichkeit oft erfolgsarmer Behandlungen, bevor man sich selbst das Eingeständnis von therapeutischer Ohnmacht gibt. Andere wiederum scheuen nicht den selbstkritischen Blick in den Spiegel: „Man sollte die Chemotherapie keinem Menschen geben, der sie nicht unbedingt braucht. Aber 80 Prozent bekommen die Chemotherapie umsonst. Das machen wir nicht, weil wir dem Patienten schaden wollen, sondern das machen wir deswegen, weil wir einfach noch nicht genau erfassen können, welche Patientin welche Therapie braucht und von welcher Therapie profitiert. Und das ist für mich der Anlass, dass ich sage, da muss sich etwas ändern.“ (Prof. Dr. Andreas Schneeweis, Onkologie und Brustkrebsspezialist am Krebszentrum Heidelberg in der ARD-Sendung „Die großen Volkskrankheiten – Der Krebs“ vom 11. Juli 2011)
Der hektische Krankenhausbetrieb bietet selten Raum für Heilwerdung und inneres Auftanken. Zeit und Einfühlungsvermögen für „gesunde“ Aufklärungsgespräche fehlen. Und der unter Diagnoseschock und Verordnungsdruck stehende Patient bleibt über. Der psychologische Faktor in diesem Betrieb wird den Psychoonkologen zugewiesen, die aber in viel zu geringer Anzahl beschäftigt werden. Dabei bräuchte jeder „Krebsgeschockte“ von Anfang an eine wirklich fundierte psychologische Betreuung. Was bleibt ist das Gefühl, dem Leben und dem medizinischen Apparat ausgeliefert zu sein.